Dänische und irische Forscher verfolgten in einer Längsschnittstudie das Wohlbefinden von 69.945 Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 bis 19 Jahren. Über einen Zeitraum von acht Jahren wurden dieselben Jugendlichen erneut untersucht. Dabei bewerteten die Wissenschaftler unter anderem Lebenszufriedenheit, Selbstwert, Niedergeschlagenheit, Stress, Einsamkeit und Vertrauen in Eltern oder Freunde. Anhand dieser Faktoren teilten sie die Jugendlichen in vier Gruppen ein: gutes (32 %), moderates (35 %), schwaches (19 %) und sehr schwaches (14 %) Wohlbefinden.
Überraschend war, dass die Jugendlichen auch nach acht Jahren überwiegend derselben Gruppe angehörten. Das widerspricht der bisherigen Annahme, dass das Wohlbefinden in der Jugend stark schwankt. Besonders alarmierend: In der Gruppe mit sehr schwachem Wohlbefinden war trotz des jungen Alters bereits das Sterberisiko erhöht. Auch das Risiko für psychische Erkrankungen lag in den schwächeren Gruppen deutlich höher. Damit wird klar, wie entscheidend psychisches Wohlbefinden für die langfristige Gesundheit und sogar die Lebenserwartung ist.
Die Studie ist beobachtend angelegt, daher lassen sich keine Kausalzusammenhänge beweisen. Dennoch stützt eine zweite Stichprobe die Ergebnisse.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Psychisches Wohlbefinden ist bereits in der Jugend erstaunlich stabil. Niedriges Wohlbefinden bedeutet nicht nur Stimmungsschwankungen, sondern geht schon in jungen Jahren mit einem höheren Sterberisiko einher. Umso wichtiger ist es, die psychische Gesundheit früh ernst zu nehmen, regelmäßig zu erfassen und bei Bedarf rechtzeitig zu handeln.
Zum Artikel in The Lancet – Regional Health:
www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(25)00227-3/fulltext