🧠 Aus der Psychologie | Einfluss Deiner Persönlichkeit auf Sterblichkeit: Warum Gewohnheiten den Unterschied machen

Wissenschaftler aus Kanada haben ausgewertet, wie stark Persönlichkeit, soziale Lage und Lebensstil mit den Sterberaten der US-Bundesstaaten zusammenhĂ€ngen. Grundlage waren 48 Staaten, Daten aus dem Jahr 2020 und sechs alltagsnahe Gesundheitsrisiken: zu wenig Bewegung, viel Sitzen, wenig Obst und GemĂŒse, Rauchen, zu kurze Schlafdauer und Adipositas. Mit einem statistischen Modell prĂŒfte das Team direkte und indirekte ZusammenhĂ€nge. Ergebnis: Aus nur vier GrĂ¶ĂŸe ließen sich 80 % der Unterschiede in den Gesundheitsrisiken und 85 % der Unterschiede in den Sterberaten zwischen den Staaten erklĂ€ren. Diese sind: hoher Neurotizismus (intensives Erleben von negativen Emotionen), geringe Offenheit fĂŒr Neues, niedriger sozioökonomischer Status sowie ein kombinierter Lebensstil-Risikowert.

Drei zentrale Pfade zeigten sich. Erstens gingen mehr Neurotizismus, weniger Offenheit und ein niedrigerer sozioökonomischer Status jeweils mit ungesĂŒnderen Gewohnheiten einher. Zweitens standen diese Gewohnheiten direkt mit höheren Sterberaten in Verbindung. Drittens wirkte der sozioökonomische Status zusĂ€tzlich direkt auf die Sterblichkeit, wĂ€hrend Neurotizismus und Offenheit indirekt ĂŒber den Lebensstil wirkten. Andere Persönlichkeitsmerkmale spielten hier keine eigenstĂ€ndige Rolle.

Wichtig fĂŒr die Einordnung: Die Analyse basiert auf aggregierten, querschnittlichen Daten. Sie beschreibt belastbare ZusammenhĂ€nge, beweist keine eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Die Persönlichkeitsdaten stammen aus frĂŒheren Erhebungen, gelten auf Staatsebene jedoch als stabil. FĂŒr die Praxis heißt das: PersönlichkeitszĂŒge sind schwer verĂ€nderbar, Lebensstil und soziale Rahmenbedingungen sind die Hebel.

💡 Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?

Lass Deine Persönlichkeitsmerkmale seriös testen, zum Beispiel mit validierten Big-Five-Fragebögen. Wenn Dein Profil viel NervositĂ€t bzw. Anspannung zeigt oder wenig Offenheit, zĂ€hlst Du zu Mustern, die in Studien mit höheren Sterberaten zusammenhĂ€ngen. Dann lohnt es sich, Longevity-Interventionen besonders konsequent zu priorisieren. Bei hoher NervositĂ€t helfen klare Tagesroutinen, kurze Entlastungspausen, AtemĂŒbungen, SpaziergĂ€nge nach Stressspitzen, digitale Ruhe am Abend und ein fester Schlafrhythmus. Auch psychotherapeutische UnterstĂŒtzung kann alltagsnah entlasten. Bei niedriger Offenheit setze auf kleine, planbare Schritte, StandardplĂ€ne, Erinnerungshilfen und soziale Verbindlichkeit, etwa Trainingsverabredungen. Kurz gesagt: Persönlichkeit prĂ€gt die Tendenz, aber Deine Entscheidungen im Alltag bewegen die Risikonadel.

📰 Zum Artikel in Journal of Health Psychology:

https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/13591053241306564

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