🧠 Aus der Psychologie | Streit in der Jugend: Was Konflikte mit späterer Gesundheit zu tun haben

Wissenschaftler aus den USA haben in einer Beobachtungsstudie untersucht, ob aggressives Verhalten in der frühen Jugend mit schnellerem biologischem Altern im Erwachsenenalter zusammenhängt. Dafür nutzten sie Daten aus einer Langzeitstudie mit 121 Jugendlichen aus dem Südosten der USA. Die Teilnehmenden wurden ab etwa 13 Jahren bis zum Alter von rund 30 Jahren wiederholt begleitet. Zusätzlich machten Eltern und enge Freunde Angaben zu Konflikten und Verhalten in Beziehungen.

Im Mittelpunkt stand aggressives Verhalten zwischen 13 und 15 Jahren, etwa häufige Streitereien, Kämpfe oder das Zerstören von Dingen anderer. Mit rund 30 Jahren wurde anhand verschiedener Blutwerte und Gesundheitsmarker geschätzt, ob der Körper biologisch älter wirkte, als es dem tatsächlichen Alter entsprach. Das Ergebnis: Jugendliche, die früh mehr aggressives Verhalten zeigten, hatten mit 30 eher Anzeichen eines beschleunigten biologischen Alterns. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn Geschlecht, Familieneinkommen, frühere Gesundheitsprobleme und die Körperform in der Jugend berücksichtigt wurden.

Die Studie liefert außerdem Hinweise darauf, über welche Wege dieser Zusammenhang entstehen könnte. Besonders wichtig schienen spätere Konflikte mit dem Vater in der Jugend und ein strafendes oder aggressives Verhalten gegenüber engen Freunden im jungen Erwachsenenalter zu sein. Diese Beziehungsmuster hingen nicht nur mit schnellerem biologischem Altern zusammen, sondern auch mit einem höheren Body-Mass-Index im Erwachsenenalter.

Wichtig ist: Die Studie zeigt Zusammenhänge, aber keine eindeutige Ursache-Wirkung. Man kann also nicht sagen, dass jugendliche Aggression direkt schnelleres Altern verursacht. Möglich ist auch, dass andere Faktoren im Hintergrund eine Rolle spielen. Trotzdem zeigt die Arbeit, dass frühe soziale Schwierigkeiten ein Warnsignal für langfristige Gesundheitsrisiken sein können.

đź’ˇ Was kannst Du daraus fĂĽr Dich mitnehmen?

Konflikte und aggressive Beziehungsmuster sind nicht nur ein soziales oder psychologisches Thema, sie können auch mit körperlicher Gesundheit zusammenhängen. Gerade im Jugendalter lohnt es sich, früh auf Streitkultur, Emotionsregulation und faire Konfliktlösung zu achten. Für den Alltag heißt das: Es kann sinnvoll sein, wiederkehrende aggressive Muster ernst zu nehmen, bei Kindern, Jugendlichen und auch bei Dir selbst. Wer lernt, Ärger anders auszudrücken, Konflikte zu klären und Beziehungen sicherer zu gestalten, investiert möglicherweise nicht nur in bessere Beziehungen, sondern auch in langfristige Gesundheit.

đź“° Zum Artikel in Health Psychology:

https://psycnet.apa.org/record/2027-30461-001

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