🧠 Aus der Psychologie | Einsamkeit und Gedächtnis: Studie zeigt Zusammenhang im Alter

Wissenschaftler aus Kolumbien, Spanien, Norwegen und Schweden haben untersucht, wie Einsamkeit mit der Gedächtnisleistung im Alter zusammenhängt. Grundlage war eine Langzeitauswertung der europäischen SHARE-Studie mit 10.217 Erwachsenen zwischen 65 und 94 Jahren. Die Teilnehmenden wurden rund sechs Jahre begleitet. Ihr Gedächtnis wurde mit einem einfachen Worttest geprüft: Sie sollten sich zehn vorgelesene Wörter sofort und nach kurzer Verzögerung merken.

Zu Beginn der Studie berichteten 7,7 Prozent der Teilnehmenden über starke Einsamkeit. Diese Gruppe schnitt bei beiden Gedächtnistests schlechter ab als Menschen mit niedriger oder durchschnittlicher Einsamkeit. Sie konnte im Durchschnitt also weniger Wörter sofort und später wiedergeben. Gleichzeitig zeigte sich ein wichtiger Unterschied: Einsamkeit war zwar mit einer schlechteren Ausgangsleistung verbunden, beschleunigte den Gedächtnisabbau über die Jahre aber nicht.

Die Ergebnisse sprechen daher nicht dafür, dass Einsamkeit in dieser Studie direkt zu einem schnelleren Gedächtnisverlust führte. Es handelt sich um Beobachtungsdaten. Sie zeigen also Zusammenhänge, aber keine eindeutige Ursache und Wirkung. Zudem wurde Einsamkeit nur zu Beginn gemessen, obwohl sie sich im Leben verändern kann. Auch andere Faktoren spielten eine Rolle, darunter Alter, depressive Symptome, körperliche Aktivität, soziale Aktivitäten, Diabetes und die eigene Gesundheitseinschätzung.

đź’ˇ Was kannst Du daraus fĂĽr Dich mitnehmen?

Einsamkeit kann ein Warnsignal sein, gerade wenn sie länger anhält. Sie bedeutet nicht automatisch, dass Dein Gedächtnis schneller schlechter wird, kann aber mit einer geringeren geistigen Leistungsfähigkeit zusammenhängen. Pflege deshalb soziale Kontakte bewusst: Verabrede Dich regelmäßig, bleibe in Gruppen oder Vereinen aktiv und sprich Einsamkeit früh an. Für die Gesundheit Deines Gehirns zählen nicht nur Kreuzworträtsel, sondern auch Bewegung, soziale Nähe, seelische Stabilität und ein guter Umgang mit Erkrankungen.

đź“° Zum Artikel in Aging & Mental Health:

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13607863.2026.2624569#abstract

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