🧠 Aus der Psychologie | Bewegung gegen dunkle Tage: Warum Inaktivität eng mit Depressionszeichen verknüpft ist

Wissenschaftlerinnen aus Irland haben mit Daten der europäischen SHARE-Studie untersucht, wie ungesunde Gewohnheiten mit einzelnen Depressionssymptomen zusammenhängen und ob sich das bei Menschen mit Diabetes unterscheidet. Analysiert wurden 22.510 Erwachsene ab 50 Jahren aus vielen europäischen Ländern und Israel, darunter 1.781 Personen mit Diabetes und 20.729 ohne. Die Teilnehmenden wurden 2011 befragt und 2013 erneut, also über etwa zwei Jahre.

Die Autorinnen betrachteten nicht nur „Depression“ als Gesamtwert, sondern zwölf typische Anzeichen wie Niedergeschlagenheit, Schlafprobleme, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme oder Schuldgefühle. Dazu kamen vier Risikoverhalten: Rauchen, häufiges Rauschtrinken, zu wenig Obst und Gemüse sowie körperliche Inaktivität. Sie prüften, welche Symptome und Gewohnheiten besonders eng miteinander verknüpft sind und was zwei Jahre später verschiedene Depressionszeichen am Ehesten vorhersagt.

Das klare Ergebnis: Körperliche Inaktivität war mit Abstand am stärksten mit depressiven Symptomen verbunden, sowohl bei Menschen mit als auch ohne Diabetes. Rauchen, Alkohol und Obst-Gemüse-Konsum zeigten insgesamt nur schwache oder kaum direkte Verknüpfungen. Über die Zeit deutete sich an, dass Inaktivität eher ein Antreiber sein könnte, besonders bei Menschen mit Diabetes: Weniger Bewegung hing später vor allem mit weniger Interesse und weniger Freude zusammen. Bei Menschen ohne Diabetes war Inaktivität stärker mit Pessimismus und auch mit Suizidgedanken verknüpft, teils mit einer gegenseitigen Verstärkung zwischen Inaktivität und Pessimismus.

Wichtig: Das sind Beobachtungsdaten aus Befragungen. Die Analysen können Hinweise geben, was zeitlich eher vorausgeht, beweisen aber keine eindeutige Ursache-Wirkung. Außerdem wurde Diabetes per Selbstauskunft erhoben und es wurde nicht zwischen Diabetes-Typen unterschieden.

💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?

Wenn Du Deine Stimmung stabilisieren willst, ist Bewegung vermutlich der wichtigste Hebel unter den betrachteten Gewohnheiten, besonders wenn Du Diabetes hast. Es muss kein Sport sein, schon regelmäßige Spaziergänge, mehr Alltagswege zu Fuß, leichtes Krafttraining oder feste Bewegungstermine können helfen, vor allem gegen Antriebslosigkeit, Interessenverlust und das Gefühl, keine Freude mehr zu empfinden. Achte weniger auf Perfektion als auf Regelmäßigkeit: lieber klein starten und dranbleiben, statt alles auf einmal. Wenn Du merkst, dass sich über Wochen Schlaf, Freude, Interesse oder Hoffnung deutlich verschlechtern, lass das unbedingt ärztlich abklären.

📰 Zum Artikel in Journal of Health Psychology:

https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/13591053251334444

Willst Du keinen Artikel mehr verpassen? Melde Dich jetzt zum kostenlosen Newsletter an

Der Longevity Navigator Newsletter ist Dein Kompass in der Welt der Langlebigkeit. Dort bekommst Du alle Neuigkeiten rund um Longevity aus Wissenschaft, Social Media, Podcasts, der Startup-Szene und klassischen Medien: verständlich aufbereitet und sofort umsetzbar. So bleibst Du immer auf dem neusten Stand, ohne selbst stundenlang recherchieren zu müssen! Melde Dich jetzt kostenlos an. Klicke dazu einfach auf den Button „Jetzt kostenlos anmelden“ und trage Deinen Namen und Deine E-Mail Adresse ein.