Zusammenspiel zwischen Mund- und Darm: Warum das Mikrobiom zu Muskelschwund führen kann
Ein Forscherteam aus Italien und den USA fasste die aktuelle Studienlage zum Einfluss des Mikrobioms auf Gebrechlichkeit und altersbedingten Muskelabbau zusammen. Das Mikrobiom umfasst die Gesamtheit aller Bakterien und Mikroben, die in und auf unserem Körper leben.
Mit zunehmendem Alter verliert das Mikrobiom im Mund wie auch im Darm an Vielfalt. Zudem können Bakterien aus dem Mund in den Darm wandern und dort das Gleichgewicht stören. Das fördert chronische Entzündungen und beeinträchtigt die Mitochondrien, die Kraftwerke unserer Zellen. Beides begünstigt Gebrechlichkeit und Muskelschwund.
Eine wichtige Rolle spielen veränderte Gallensäuren und Stoffwechselprozesse im Darm, die auch den Muskelstoffwechsel beeinflussen. Schlechte Mundgesundheit verschärft das Problem zusätzlich, da sie Essgewohnheiten verändert und so das Darmmikrobiom indirekt belastet.
Die Studien zeigen Zusammenhänge, aber keine direkten Kausalbeweise. Dennoch ergibt sich ein konsistentes Bild aus den Studien: Ein gestörtes Mikrobiom trägt wesentlich zu altersbedingtem Muskelabbau bei.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Zahngesundheit und Mundhygiene haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit des ganzen Körpers und können sogar Muskelschwund vorbeugen. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle: Ballaststoffe, Gemüse, Obst, fermentierten Lebensmitteln und Omega-3-Fettsäuren stärkt das Darm- und das Mundmikrobiom. Pro- und Präbiotika könnten zusätzlich helfen, Muskelschwund vorzubeugen, auch wenn die wissenschaftliche Basis hier noch dünn ist.
Zum Artikel in nutrients: