🩺 Aus der Medizin | Biologisches Alter ermitteln: Warum ein einzelner Test nicht alles bestimmen kann

Wissenschaftler aus Slowenien haben in einer Übersichtsarbeit zusammengefasst, wie sich der biologische Alter heute mit modernen Blut- und Gewebetests besser einschätzen lässt. Im Fokus stehen sogenannte Omics Daten, also große Messungen aus Genen, DANN-Schaltern, Eiweißen, Stoffwechselprodukten und Darmbakterien, die zusammen zeigen können, wie schnell oder langsam Körper und Organe altern.

Die Kernaussage: Es gibt nicht die eine perfekte Uhr. Verschiedene Alterstests messen unterschiedliche Aspekte des Alterns und stimmen oft nur begrenzt miteinander überein. Gut etabliert sind epigenetische Uhren, die aus DANN-Mustern ableiten, wie „alt“ Gewebe wirkt. Daneben gewinnt das Blut an Bedeutung: Eiweißmuster können organ- und geschlechtsspezifische Alterungsverläufe widerspiegeln, Stoffwechselprofile zeigen Veränderungen etwa bei Fettstoffwechsel, Entzündung und Energiehaushalt. Die Zusammensetzung der Darmflora spiegelt ebenfalls Alterungsprozesse wider, sodass auch Mikrobiom-Uhren betrachtet werden.

Wichtig für die Einordnung: Viele Ergebnisse beruhen auf Beobachtungsstudien. Sie zeigen vor allem Zusammenhänge und nicht automatisch Ursache und Wirkung. Es gibt aber Ansätze, die näher an Kausalität herankommen, etwa genetische Auswertungen oder einzelne Trainings- und Ernährungsinterventionen. Insgesamt deutet die Review darauf hin, dass Bewegung und Ernährungsqualität messbar mit einem „jüngeren“ biologischen Profil zusammenhängen können. Die klinische Nutzung vieler Tests wird aber noch durch Kosten, fehlende Standards und unklare Grenzwerte gebremst.

💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?

Sieh das biologische Alter nicht als eine Zahl, die alles erklärt: Unterschiedliche Tests können unterschiedliche Dinge messen und zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Wenn Du trotzdem ein Alterungsprofil nutzt, achte eher auf Trends über die Zeit als auf einen Einzelwert und betrachte sie gemeinsam mit klassischen Gesundheitsmarkern und Deinem Alltag. Am robustesten sind laut Review die Hebel, die immer wieder in den Studien auftauchen: regelmäßige Bewegung mit Fokus auf Fitnessaufbau, kombiniert aus Ausdauer und Kraft und eine dauerhaft gute Ernährungsqualität mit viel pflanzlichen Lebensmitteln und insgesamt unterstützenden Gewohnheiten. Kurz: Suche nicht die perfekte „Uhr“, sondern nutze die Stellschrauben, die über viele Studien hinweg immer wieder genannt werden.

📰 Zum Artikel in Ageing Research Reviews:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1568163725003344

Willst Du keinen Artikel mehr verpassen? Melde Dich jetzt zum kostenlosen Newsletter an

Der Longevity Navigator Newsletter ist Dein Kompass in der Welt der Langlebigkeit. Dort bekommst Du alle Neuigkeiten rund um Longevity aus Wissenschaft, Social Media, Podcasts, der Startup-Szene und klassischen Medien: verständlich aufbereitet und sofort umsetzbar. So bleibst Du immer auf dem neusten Stand, ohne selbst stundenlang recherchieren zu müssen! Melde Dich jetzt kostenlos an. Klicke dazu einfach auf den Button „Jetzt kostenlos anmelden“ und trage Deinen Namen und Deine E-Mail Adresse ein.