Im Physionic Podcast wird eine vielzitierte Aussage zum Omega-3-Index unter die Lupe genommen. In einem Interview wird behauptet, Menschen mit einem hohen Omega-3-Index ab etwa 8 Prozent würden im Schnitt rund fünf Jahre länger leben als Menschen mit einem niedrigen Index von etwa 4 Prozent. Grundlage ist eine Studie, die den Omega-3-Index, also einen Blutwert für den Anteil von Omega-3-Fetten in den Zellmembranen, mit der Sterblichkeit verknüpft und dort einen Unterschied von 4,74 Lebensjahren nennt. Entscheidend ist jedoch, dass diese Zahl auf einem statistischen Modell beruht, also auf einer Hochrechnung und nicht auf direkt beobachteten Lebensdauern. Sie ist eine Schätzung und keine harte „Fünf-Jahre-Garantie“.
Berühmt ist außerdem die Aussage, dass Raucher mit hohem Omega-3-Index eine ähnliche Lebenserwartung hätten wie Nichtraucher mit niedrigem Index. Die Überlebenskurven in der Studie legen tatsächlich nahe, dass diese beiden Gruppen ähnlich abschneiden. Trotzdem bleibt Rauchen eine der schädlichsten Gewohnheiten überhaupt, Omega-3 gleicht die Schäden nicht einfach aus, es verschiebt nur statistische Risiken in bestimmten Gruppen.
Der Podcast erinnert daran, dass es sich bei diesen Studien um Beobachtungsdaten handelt. Man sieht Zusammenhänge, kann aber nicht sicher sagen, was Ursache und was Folge ist. Menschen mit hohem Omega-3-Index essen oft insgesamt gesünder, bewegen sich mehr und rauchen weniger, vielleicht erklärt ein Teil davon den Vorteil. Trotzdem sprechen viele Untersuchungen dafür, dass Omega-3-Fettsäuren selbst positive Effekte auf Herz-Kreislauf-Gesundheit und andere Bereiche haben. Was wir aber noch nicht seriös sagen können, ist, wie viele zusätzliche Lebensjahre sie genau bringen.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Omega-3 ist sehr wahrscheinlich gut für Deine Gesundheit, aber es ist kein Zaubertrick, der Dir garantiert fünf Jahre extra schenkt oder Rauchen unschädlich macht. Solche Zahlen solltest Du eher als grobe Orientierung verstehen, nicht als Versprechen. Sinnvoll ist es, eine Unterversorgung zu vermeiden und Deinen Omega-3-Status im grünen Bereich zu halten, zum Beispiel durch ein bis zwei Portionen fetten Seefisch pro Woche oder pflanzliche Alternativen wie Algenöl. Wenn Du möchtest, kannst Du Deinen Omega-3-Index messen lassen und gezielt auf etwa 8 Prozent und mehr hinarbeiten.
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