Wissenschaftler aus den USA haben in einer groĂen Langzeitstudie untersucht, ob die eigene Erwartung an Gesundheit und Energie mit spĂ€teren GesundheitsverlĂ€ufen zusammenhĂ€ngt. DafĂŒr nutzten sie Daten der MIDUS-Studie, einer US-amerikanischen Bevölkerungsstudie. Eingeschlossen wurden 1.881 Erwachsene, die zu Beginn im Schnitt 46,5 Jahre alt waren. Die Teilnehmenden wurden rund 20 Jahre begleitet.
Zu Beginn schĂ€tzten die Teilnehmenden ein, wie sie ihre Gesundheit und Energie zehn Jahre frĂŒher erlebt hatten und wie sie diese zehn Jahre spĂ€ter erwarteten. Daraus wurde abgeleitet, ob sie eher mit Verbesserung, StabilitĂ€t oder Verschlechterung rechneten. SpĂ€ter wurde geprĂŒft, wie stark sie im Alltag eingeschrĂ€nkt waren, etwa beim Treppensteigen, Einkaufen, Gehen oder bei körperlichen AktivitĂ€ten. AuĂerdem wurde erfasst, wie viele chronische Erkrankungen sie hatten.
Das zentrale Ergebnis war: Menschen mit einer positiveren Erwartung an ihre Gesundheit und Energie hatten 20 Jahre spĂ€ter weniger zunehmende EinschrĂ€nkungen im Alltag. Der Zusammenhang zeigte sich bei MĂ€nnern und Frauen sowie ĂŒber verschiedene Altersgruppen hinweg. Besonders deutlich war er bei Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau. Bei chronischen Erkrankungen war das Bild weniger klar. Eine positive Erwartung hing zwar mit weniger Erkrankungen zusammen, sagte aber nicht eindeutig vorher, ob sich deren Zahl ĂŒber die Zeit weniger stark erhöhte.
Ein Teil des Zusammenhangs lieĂ sich durch Gesundheitsverhalten erklĂ€ren. Wer positiver auf die eigene Gesundheit oder Energie blickte, bewegte sich spĂ€ter hĂ€ufiger und rauchte seltener. Da es sich um Beobachtungsdaten handelt, beweist die Studie aber keine eindeutige Ursache-Wirkung. Es ist also möglich, dass eine positive Erwartung gesĂŒnderes Verhalten unterstĂŒtzt. Ebenso kann gesĂŒnderes Verhalten die eigene Erwartung verbessern.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
Wie Du auf Deine eigene Gesundheit und Energie blickst, kann wichtig sein, weil diese Haltung mit Deinem Verhalten zusammenhĂ€ngen kann. Frage Dich nicht nur, was gerade schwierig ist. Frage Dich auch, was Du konkret tun kannst, damit Du Dich in Zukunft fitter und belastbarer fĂŒhlst. Schon kleine Schritte zĂ€hlen, etwa regelmĂ€Ăige Bewegung, weniger Rauchen, gute Erholung und ein bewusster Umgang mit negativen Altersbildern. Entscheidend ist nicht blindes positives Denken, sondern realistische Zuversicht, die ins Handeln fĂŒhrt.
đ° Zum Artikel in Psychology and Aging: