Wissenschaftler aus GroĂbritannien haben in einer systematischen Ăbersichtsarbeit untersucht, wie ErnĂ€hrung und psychische Gesundheit bei Jugendlichen zusammenhĂ€ngen. DafĂŒr werteten sie 19 Studien mit Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren aus, darunter 6 Interventionsstudien und 13 Langzeitstudien. Im Mittelpunkt standen vor allem depressive Beschwerden, auĂerdem Angst, Stress, Wohlbefinden und VerhaltensauffĂ€lligkeiten.
Das wichtigste Ergebnis war: Nicht einzelne NahrungsergĂ€nzungsmittel, sondern die gesamte ErnĂ€hrungsweise zeigte die deutlichsten ZusammenhĂ€nge mit der psychischen Gesundheit. In den Langzeitstudien war eine insgesamt gesĂŒndere ErnĂ€hrung hĂ€ufiger mit weniger depressiven Beschwerden und besserem Wohlbefinden verbunden. Eine ungĂŒnstige ErnĂ€hrung, etwa mit vielen stark verarbeiteten Lebensmitteln oder zuckerreichen Softdrinks, hing dagegen öfter mit stĂ€rkeren psychischen Belastungen zusammen. Bei Softdrinks zeigte sich vor allem ein Zusammenhang mit aggressiverem Verhalten.
Bei einzelnen ZusĂ€tzen wie Vitamin D oder Omega 3 waren die Ergebnisse deutlich uneinheitlicher. Manche Studien fanden kleine Vorteile, andere gar keinen Effekt. Insgesamt waren viele Interventionsstudien klein, liefen nur kurz oder hatten methodische SchwĂ€chen. Deshalb lĂ€sst sich daraus bisher keine klare Ursache Wirkung ableiten. Auch die Langzeitstudien zeigen vor allem ZusammenhĂ€nge, aber keine sicheren Beweise dafĂŒr, dass ErnĂ€hrung allein die Psyche verbessert. Zudem deuteten einige Ergebnisse darauf hin, dass Geschlecht und soziale LebensumstĂ€nde eine wichtige Rolle spielen.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
FĂŒr die psychische Gesundheit von Jugendlichen scheint nicht ein einzelnes Lebensmittel entscheidend zu sein, sondern das, was regelmĂ€Ăig insgesamt auf dem Teller landet. Eine abwechslungsreiche ErnĂ€hrung mit Obst, viel GemĂŒse und möglichst wenig stark verarbeiteten Produkten könnte die seelische Gesundheit unterstĂŒtzen. Zuckerreiche Softdrinks und FruchtsĂ€fte sollten eher die Ausnahme bleiben. Wichtig ist aber auch: ErnĂ€hrung ist nur ein Baustein. Schlaf, Bewegung, Stress und das soziale Umfeld spielen ebenfalls eine groĂe Rolle.
đ° Zum Artikel in Nutrients: