Der Psychologie-Influencer Simon Josef Eckert erklärt, warum Kurzvideos auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube dazu führen können, dass wir länger scrollen als geplant. Ein zentraler Mechanismus sei die unvorhersehbare Belohnung. Mit jedem neuen Video besteht die Chance, dass etwas besonders Interessantes erscheint. Genau diese Ungewissheit hält die Aufmerksamkeit fest.
Kurzvideos können laut Eckert außerdem dazu dienen, unangenehme Gefühle wie Langeweile, Stress oder innere Unruhe kurzfristig zu überdecken. Gleichzeitig könnten reale soziale Kontakte, längere Gespräche und konzentrierte Tätigkeiten zunehmend anstrengender wirken, wenn das Gehirn ständig an schnelle Reizwechsel gewöhnt ist.
Sein wichtigster Ansatz lautet deshalb, nicht allein auf Willenskraft zu setzen, sondern die Umgebung zu verändern. Kurzvideo-Feeds sollten möglichst entfernt, begrenzt oder schwerer erreichbar gemacht werden. Zusätzlich empfiehlt er, die eigenen Auslöser zu beobachten und herauszufinden, welches Bedürfnis hinter dem Griff zum Handy steckt.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Wenn Du häufig automatisch zu Kurzvideos greifst, frage Dich, wann das passiert und welches Gefühl Du gerade vermeiden möchtest. Mache den Zugriff bewusst schwieriger und ersetze das Scrollen durch eine konkrete Alternative, etwa einen Spaziergang, Lesen, Musik oder einen kurzen Kontakt zu einem anderen Menschen.
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