Wissenschaftler aus Neuseeland haben in einer qualitativen Interviewstudie untersucht, wie digitale Technik das seelische Wohlbefinden Ă€lterer Menschen beeinflusst. DafĂŒr wurden von Januar bis MĂ€rz 2025 insgesamt 23 Menschen ab 65 Jahren aus Neuseeland ausfĂŒhrlich befragt. Im Durchschnitt waren sie 73,5 Jahre alt. Die meisten waren Frauen und lebten selbststĂ€ndig zu Hause. Ziel war es zu verstehen, wie Ă€ltere Menschen Technik im Alltag erleben und was das fĂŒr ihre psychische Gesundheit bedeutet. Die Studie zeigt, dass digitale Technik im Alter zugleich helfen und belasten kann.
Digitale Technik kann den Kontakt zu Familie und Freunden erleichtern, etwa ĂŒber Videoanrufe. Sie kann beim Lernen, bei Hobbys und bei der Organisation des Alltags unterstĂŒtzen und Zugang zu bei Gesundheitsinformationen bieten. Viele Befragte beschrieben Technik deshalb als wichtig, um heute ĂŒberhaupt noch gut am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Gleichzeitig berichteten fast alle auch ĂŒber die Schattenseiten. Dazu gehörten Ăberforderung durch stĂ€ndige Neuerungen, Angst vor Betrug im Internet, Unsicherheit im Umgang mit digitalen GerĂ€ten und das GefĂŒhl, dass viele Angebote nicht fĂŒr Ă€ltere Menschen gemacht sind. Besonders kritisch sahen viele, dass Technik menschliche NĂ€he nicht ersetzen kann, weder im Kontakt mit anderen noch in der medizinischen Versorgung. Die Interviews zeigen auĂerdem, dass digitale Technik viele Lebensbereiche berĂŒhrt, darunter soziale Kontakte, geistige AktivitĂ€t, körperliche Gesundheit und finanzielle Sicherheit.
Wichtig ist: Die Studie beschreibt persönliche Erfahrungen und ZusammenhĂ€nge, sie kann keine Ursache und Wirkung belegen. Trotzdem macht sie deutlich, dass digitale Teilhabe im Alter mehr ist als eine Komfortfrage. Sie kann mitentscheiden, ob Menschen sich verbunden, selbststĂ€ndig und sicher fĂŒhlen oder eher ausgeschlossen und gestresst.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
Digitale Technik kann im Alter sehr nĂŒtzlich sein, wenn sie verstĂ€ndlich, alltagstauglich und ohne Druck genutzt wird. Sinnvoll ist es, wichtige digitale FĂ€higkeiten Schritt fĂŒr Schritt zu erwerben, besonders in Hinblick auf Betrug im Internet. Genauso wichtig ist es, Grenzen zu setzen, etwa bei belastenden Nachrichten oder zu viel Bildschirmzeit. Und trotz aller Technik bleiben echte GesprĂ€che, persönliche Hilfe und menschliche NĂ€he fĂŒr das Wohlbefinden unersetzlich.
đ° Zum Artikel in Journal of Health Psychology: