🧠 Aus der Psychologie | Stress im Haar erkennen: Wie zuverlĂ€ssig ist die Selbstentnahme wirklich?

Wissenschaftler aus den USA und Nepal haben in einer randomisierten Studie untersucht, ob junge Erwachsene Haarproben zur Messung eines langfristigen Stresssignals selbst entnehmen können oder ob geschultes Personal dafĂŒr besser geeignet ist. Die Untersuchung fand in Nepal innerhalb einer seit rund 30 Jahren laufenden Familienstudie statt. An der Studie nahmen 617 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 22 Jahren teil.

Insgesamt gaben in beiden Gruppen (Gruppe 1: Professionelle UnterstĂŒtzung, Gruppe 2: Selbstentnahme) Ă€hnlich viele Menschen eine Haarprobe ab. Damit war die Selbstentnahme grundsĂ€tzlich gut machbar. Bei der QualitĂ€t gab es aber Unterschiede. Wenn die Teilnehmenden die Haare selbst abschnitten, waren die Proben hĂ€ufiger zu kurz, zu leicht oder nicht sauber markiert. Dadurch waren sie fĂŒr die Auswertung schlechter geeignet. Bei professioneller Entnahme waren mehr Proben verwertbar. Außerdem zeigte sich, dass Frauen deutlich hĂ€ufiger verwertbare Proben abgaben als MĂ€nner. Gleichzeitig hatten Frauen seltener besonders hohe Werte des gemessenen Stresshormons im Haar.

Die zufĂ€llige Zuteilung ermöglicht recht belastbare Aussagen darĂŒber, dass Selbstentnahme hĂ€ufiger zu unbrauchbaren Proben fĂŒhrt als professionelle Entnahme. Die Studie zeigt aber nicht, warum einzelne Personen höhere oder niedrigere Stresswerte haben. Sie beschreibt ZusammenhĂ€nge, liefert aber keine eindeutigen Belege fĂŒr Ursache und Wirkung.

💡 Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?

Haare können offenbar Hinweise auf lĂ€nger anhaltenden Stress liefern, ohne dass dafĂŒr Blut oder Speichel nötig sind. FĂŒr den Alltag heißt das vor allem, dass Stress nicht nur ĂŒber GefĂŒhle oder Fragebögen betrachtet werden kann, sondern möglicherweise auch körperlich messbar ist. Wichtig ist vor allem, dass Proben sauber und korrekt entnommen werden. Wenn Du Gesundheitswerte erhebst oder Tests nutzt, lohnt es sich daher immer, auf eine sorgfĂ€ltige DurchfĂŒhrung zu achten.

📰 Zum Artikel in Zeitschrift Psychoneuroendocrinology:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S030645302600034X

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