Wissenschaftler aus Australien haben untersucht, wie persönliche Altersbilder mit einer wichtigen Alltagsfähigkeit zusammenhängen. Dabei ging es darum, sich später an etwas Bestimmtes zu erinnern. Dazu gehört zum Beispiel, Termine einzuhalten, Medikamente zu nehmen oder geplante Aufgaben rechtzeitig zu erledigen. An der Querschnittsstudie nahmen 183 Erwachsene zwischen 41 und 85 Jahren teil. Im Schnitt waren sie knapp 64 Jahre alt.
Im Zentrum standen zwei Formen von selbst gerichteten Altersbildern. Zum einen ging es um allgemeine Vorstellungen über das Älterwerden, etwa ob man Altern stark mit körperlichem oder geistigem Abbau verbindet. Zum anderen ging es darum, wie die Teilnehmenden ihr eigenes Älterwerden persönlich bewerteten. Zusätzlich erfassten die Wissenschaftler, wie gut sich die Teilnehmenden selbst im Alltag einschätzten und wie zuverlässig sie über drei Tage hinweg reale Erinnerungsaufgaben mit einer Smartphone-App erledigten.
Das Ergebnis war differenziert. Wer das eigene Älterwerden positiver sah, schätzte seine Alltagserinnerung besser ein und schnitt auch in den realen Aufgaben besser ab. Überraschend war, dass negativere allgemeine Altersbilder ebenfalls mit besseren Leistungen in den realen Erinnerungsaufgaben zusammenhingen. Eine mögliche Erklärung ist, dass Menschen bewusster Hilfen wie Erinnerungen, Listen oder Alarme nutzen, wenn sie stärker mit Gedächtnisproblemen im Alter rechnen. Die Studie zeigt aber nur Zusammenhänge und keine Ursache-Wirkung.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Wie Du über Dein eigenes Älterwerden denkst, kann für Deinen Alltag relevant sein. Ein positives und realistisches Bild vom Älterwerden kann helfen, Dir mehr zuzutrauen und aktiv zu bleiben. Gleichzeitig sind Erinnerungshilfen kein Zeichen von Schwäche. Kalender, Alarme, Notizen oder Routinen sind praktische Werkzeuge, die Dich im Alltag unterstützen. Entscheidend ist nicht, Gedächtnisprobleme zu dramatisieren, sondern mit klarem Blick und guten Strategien gegenzusteuern.
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