Wissenschaftler aus China, Hongkong und Singapur haben untersucht, ob sich das biologische Alter eines Menschen anhand bestimmter Aminosäuren im Blut abschätzen lässt. Aminosäuren sind Bausteine von Eiweißen und spielen eine wichtige Rolle für Stoffwechsel, Muskeln, Immunsystem und viele andere Körperfunktionen. Für die Studie nutzten die Wissenschaftler Daten aus neun Datensätzen mit insgesamt über 280.000 Proben. Die untersuchten Personen waren zwischen 1 und 89 Jahre alt.
Aus den Blutwerten entwickelten sie ein Computermodell namens AmiAge. Es berechnet aus 18 Aminosäuren und deren Verhältnis zueinander ein biologisches Alter. Zusätzlich erstellten die Wissenschaftler eine vereinfachte Version mit acht Aminosäuren, darunter Alanin, Glutamin, Glycin, Histidin, Leucin, Phenylalanin, Tyrosin und Valin. Beide Modelle konnten das tatsächliche Alter vergleichsweise gut abschätzen.
Besonders interessant war der Abstand zwischen berechnetem biologischem Alter und tatsächlichem Alter. Ein höherer Abstand hing mit mehreren ungünstigen Gesundheitszeichen zusammen, darunter mehr Gebrechlichkeit, kürzere Telomere, schlechtere körperliche Funktion, häufigere Müdigkeit, Schlafprobleme, höheres Körpergewicht sowie auffälligere Leber- und Nierenwerte. In großen Daten der UK Biobank war ein höherer AmiAge-Wert außerdem mit einem höheren Risiko für bestimmte Erkrankungen verbunden, darunter Typ-2-Diabetes und chronische Nierenerkrankungen.
Die Studie zeigt damit, dass Aminosäuren im Blut eine vergleichsweise einfache Ergänzung sein könnten, um biologische Alterungsprozesse besser einzuschätzen. Gleichzeitig handelt es sich überwiegend um Beobachtungsdaten. Die Ergebnisse zeigen also vor allem Zusammenhänge und beweisen nicht, dass bestimmte Aminosäuren direkt schnelleres Altern verursachen. Ernährung, Bewegung, Tageszeit, Krankheiten und andere Faktoren können Aminosäurewerte beeinflussen.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Dein biologisches Alter lässt sich nicht an einem einzelnen Blutwert ablesen. Die Studie zeigt aber, dass Stoffwechsel, körperliche Funktion, Schlaf, Leber- und Nierengesundheit eng mit gesundem Altern verbunden sein können. Für den Alltag heißt das: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, eine ausgewogene eiweißreiche Ernährung und die regelmäßige Kontrolle von Blutzucker, Gewicht, Leber- und Nierenwerten bleiben zentrale Hebel. Neue Altersuhren können spannend sein, ersetzen aber keine medizinische Einordnung.
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