Der Intensivmediziner und Notarzt Dr. Dr. Tobias Weigl erklĂ€rt im aktuellen Video, dass viele schwere Erkrankungen selten durch âden einen Auslöserâ entstehen. Meist sind es viele kleine, unterschĂ€tzte Alltagsfaktoren, die sich ĂŒber Monate und Jahre aufsummieren. Seine Botschaft bleibt pragmatisch: Es geht nicht um Verzicht oder Angst. Es geht darum, ein paar Dinge zu kennen, die oft unbemerkt wirken, und sich dann einige davon gezielt vorzunehmen.
Als Erstes nennt er unfreiwillige Einsamkeit, die im Körper wie Dauerstress wirken kann. Das kann Stresshormone, schlechteren Schlaf und mehr âstilleâ EntzĂŒndungsprozesse fördern. Entscheidend sei dabei nicht die Anzahl der Menschen um uns herum. QualitĂ€t schlĂ€gt QuantitĂ€t. Ein zweites Spannungsfeld sieht er bei Sonne und Haut: UV-Strahlung erhöht das Hautkrebsrisiko, zugleich braucht der Körper Sonnenlicht fĂŒr Vitamin D. Er rĂ€t zu einer âgoldenen Mitteâ, mit kurzer, bewusster Sonnenzeit ohne Sonnenbrand mit Hautschutz und bei Bedarf NahrungsergĂ€nzung mit Vitamin D.
Weiter betont er, dass zu viel Sitzen den Stoffwechsel schnell ausbremst und Risiken wie Ăbergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme erhöht, selbst wenn man zusĂ€tzlich Sport macht. Wichtiger als Extremsport sei Alltagsbewegung und das hĂ€ufige Unterbrechen von Sitzphasen. Auch Pessimismus könne ĂŒber chronische Anspannung Stresssysteme aktivieren, mit Folgen fĂŒr Blutdruck, Blutzucker und Immunsystem. Dazu kommen âbanaleâ Punkte mit groĂer Wirkung: chronisch zu wenig trinken, weil Durst spĂ€t kommt. Vorsorgeuntersuchungen auslassen, obwohl frĂŒhe Stadien von Krankheiten oft gut behandelbar sind. Saft und Smoothies sind schĂ€dlich, weil flĂŒssiges Obst den Zucker stark konzentrieren und kaum sĂ€ttigen.
Zum Schluss nennt er Mundgesundheit als unterschĂ€tzte Baustelle. EntzĂŒndungen im Zahnfleisch können den ganzen Körper belasten. AuĂerdem empfiehlt er mehr Naturkontakt fĂŒr Erholung und einen guten Schlafrhythmus. Auch die Innenraumluft spielt eine Rolle, regelmĂ€Ăig lĂŒften, beim Kochen den Dunstabzug nutzen, Duftsprays und starke Reiniger reduzieren und Schimmelquellen ernst nehmen.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
Such Dir die Punkte, die Du realistisch Ă€ndern kannst und starte mit kleinen Schritten. Plane jede Woche feste Kontakte, die Dir guttun, geh tĂ€glich kurz raus ans Tageslicht und vermeide konsequent Sonnenbrand. Unterbrich Sitzen stĂŒndlich mit ein paar Minuten Gehen, trink ĂŒber den Tag verteilt ein bis zwei GlĂ€ser mehr Wasser als bisher und nutze Vorsorgeuntersuchungen, bevor Beschwerden da sind. Iss Obst lieber im Ganzen statt als Saft und pflege ZĂ€hne und Zahnfleisch konsequent.
đș Zum Podcast von Dr. Dr. Tobial Weigl: