Wissenschaftler aus China und den USA haben in einer großen prospektiven Langzeitstudie untersucht, ob ein schnelleres biologisches Altern mit einer höheren Sterblichkeit zusammenhängt und welche Rolle Entzündungsprozesse dabei spielen. Grundlage waren Daten der US-amerikanischen Gesundheitsstudie NHANES. Ausgewertet wurden 2.532 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von rund 64 Jahren, 46 % waren Männer. Die Teilnehmenden wurden im Mittel 18,5 Jahre beobachtet. In dieser Zeit starben 1.361 Personen.
Das biologische Alter wurde anhand typischer Veränderungen der DNA im Blut geschätzt. Dieses Verfahren soll erfassen, wie schnell ein Mensch biologisch altert. Menschen mit den höchsten Werten hatten ein deutlich höheres Sterberisiko. Das galt auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und weiteren Faktoren. In der Gruppe mit dem schnellsten biologischen Altern war das Risiko etwa doppelt so hoch wie in der Gruppe mit den niedrigsten Werten.
Gleichzeitig fanden die Wissenschaftler Zusammenhänge mit verschiedenen Entzündungswerten und Immunzellen. Entzündungsprozesse könnten rund 2 bis 24 % des Zusammenhangs zwischen schnellerem biologischem Altern und Sterblichkeit erklären. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass chronische Entzündungen ein möglicher Teil des Alterungsprozesses sein könnten. Die Studie belegt jedoch keine eindeutige Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Die Blutwerte wurden nur einmal zu Beginn bestimmt und trotz umfangreicher statistischer Anpassungen können weitere Einflussfaktoren eine Rolle spielen. Auch lässt sich nicht ableiten, dass eine gezielte Senkung bestimmter Entzündungswerte das Altern verlangsamt oder das Leben verlängert.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Messwerte zum „biologischen Alter“ und zu Entzündungen können Hinweise auf gesundheitliche Risiken geben, sind aber keine Zukunftsprognose. Ein einzelner Blutwert sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Auffällige Werte gehören in den Gesamtzusammenhang Deiner Gesundheit und sollten gegebenenfalls medizinisch eingeordnet werden. Die Studie zeigt interessante Zusammenhänge, liefert aber noch keinen Beweis dafür, dass sich das Altern durch eine gezielte Veränderung dieser Werte direkt beeinflussen lässt.
📰 Zum Artikel in Clinical Epigenetics:
https://link.springer.com/article/10.1186/s13148-026-02206-w