Wissenschaftler vom National Institutes of Health aus den USA haben in einer Kohortenstudie untersucht, wie stark sich die Sterblichkeit zwischen MĂ€nnern und Frauen unterscheidet. Analysiert wurden die Gesamtsterblichkeit und die 9 hĂ€ufigsten Todesursachen in den USA. DafĂŒr werteten sie 47.056 Erwachsene ab 20 Jahren aus der reprĂ€sentativen NHANES-Erhebung von 1999 bis 2016 aus und verknĂŒpften diese Daten mit dem National Death Index bis zum 31. Dezember 2019.
Ăber die gesamte Nachbeobachtung von 539.748 Personenjahren waren am Ende 12,9 Prozent der Teilnehmenden verstorben. Selbst nachdem die Wissenschaftler viele Unterschiede berĂŒcksichtigt hatten, etwa Alter, ethnische Zugehörigkeit, Einkommen, Bildung, Rauchen, Alkohol, BMI, Bewegung, Vorerkrankungen und Zugang zur Versorgung, blieb der Abstand deutlich. MĂ€nner hatten ein 63 Prozent höheres Gesamtrisiko zu sterben. Besonders groĂ war der Unterschied bei Herzkrankheiten, auĂerdem zeigten sich höhere Risiken bei Krebs, Schlaganfall, Diabetes und UnfĂ€llen. FĂŒr einige Ursachen war der Unterschied dagegen klein oder statistisch unsicher, etwa bei chronischen Atemwegserkrankungen oder Alzheimer.
AuffĂ€llig ist: Der Abstand lieĂ sich nicht dadurch erklĂ€ren, dass MĂ€nner ihre Gesundheit schlechter einschĂ€tzen oder weniger Bildung haben, hier unterschieden sich die VerhĂ€ltnisse kaum. Dagegen schwankte der Unterschied bei Herzkrankheiten je nach ethnischer Gruppe und bei Schlaganfall sowie UnfĂ€llen je nach Einkommenslage. Die Autoren schlieĂen daraus, dass neben Verhalten und LebensumstĂ€nden auch biologische Faktoren eine Rolle spielen könnten. Gleichzeitig betonen sie Grenzen der Daten, denn viele Einflussfaktoren wurden nur einmal und teils per Selbstauskunft erfasst. VerĂ€nderungen bis zum Tod konnten nicht abgebildet werden. AuĂerdem zeigt eine Kohortenstudie ZusammenhĂ€nge, keine sichere Ursache und Wirkung.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
Auch wenn MĂ€nner und Frauen sich in Lebensstil und Vorerkrankungen unterscheiden, bleibt in dieser groĂen US-Auswertung ein deutlicher Sterblichkeitsabstand zugunsten von Frauen bestehen, besonders bei Herzkrankheiten, Diabetes und Schlaganfall. Das ist ein guter Reminder, PrĂ€vention nicht aufzuschieben: Blutdruck, Blutzucker und Blutfette regelmĂ€Ăig checken lassen, Rauchen konsequent vermeiden, Alkohol eher vermeiden, auf Gewicht achten und Bewegung in den Alltag integrieren. Weil der Abstand je nach Einkommen bei manchen Todesursachen stĂ€rker schwankt, lohnt es sich zusĂ€tzlich, HĂŒrden aktiv zu senken, etwa Vorsorge-Termine frĂŒh planen, feste Anlaufstellen fĂŒr Gesundheitsfragen zu nutzen und bei Unfallrisiken im Alltag bewusster gegensteuern.
đ° Zum Artikel in JAMA Network Open:
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2844568