Wissenschaftler aus den USA haben in einer bevölkerungsrepräsentativen Beobachtungsstudie untersucht, ob eine Gürtelrose Impfung mit langsamerem biologischem Altern zusammenhängt. Grundlage waren Daten aus der US Studie „Health and Retirement Study“. Ausgewertet wurden Daten von 3.884 Erwachsene ab 70 Jahren, bei denen 2016 verschiedene Blutwerte und Gesundheitswerte vorlagen. Zusätzlich wurde erfasst, ob und wann die Teilnehmenden zwischen 2008 und 2018 gegen Gürtelrose geimpft worden waren.
Geimpfte ältere Erwachsene zeigten im Durchschnitt günstigere Werte bei mehreren biologischen Zeichen des Alterns. Besonders auffällig waren weniger stille Entzündungsprozesse im Körper, langsamere molekulare Alterungszeichen und ein insgesamt günstigerer Gesamtwert über mehrere Körpersysteme hinweg. Diese Zusammenhänge waren teils besonders deutlich in den ersten drei Jahren nach der Impfung und blieben in einigen Bereichen auch darüber hinaus sichtbar. Für andere Bereiche, etwa Blutdruck, Kreislauf und Marker für Nervenzellschäden, fanden die Wissenschaftler keine klaren Vorteile. Bei einem Teil des Immunsystems zeigte sich sogar ein eher ungünstiges Muster, das noch weiter untersucht werden muss.
Wichtig ist aber: Die Studie zeigt Zusammenhänge und keine sichere Ursache Wirkung. Zwar wurden viele Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften statistisch berücksichtigt, etwa Bildung, Einkommen, Rauchen und Vorerkrankungen. Trotzdem ist es möglich, dass Menschen mit Impfung insgesamt gesundheitsbewusster leben und deshalb biologisch günstiger altern. Die Autoren betonen selbst, dass weitere Langzeitstudien nötig sind.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Die Gürtelrose Impfung schützt nicht nur vor einer schmerzhaften Erkrankung, sie könnte möglicherweise auch mit gesünderem Altern zusammenhängen. Das ist noch kein Beweis für einen direkten Verjüngungseffekt, aber ein weiterer Hinweis darauf, dass Vorsorge im Alter mehr bewirken kann als oft gedacht. Sinnvoll ist deshalb, empfohlene Impfungen nicht nur als Infektionsschutz zu sehen, sondern als Teil einer umfassenden Gesundheitsstrategie, zusammen mit Bewegung, Nichtrauchen und einer guten Behandlung chronischer Erkrankungen
📰 Zum Artikel in Zeitschrift The Journals of Gerontology:
https://academic.oup.com/biomedgerontology/advance-article/doi/10.1093/gerona/glag008/8430804