Wissenschaftler aus China haben untersucht, ob Einsamkeit und soziale Isolation mit selbst wahrgenommenen Problemen bei Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkgeschwindigkeit in den Wechseljahren zusammenhängen. Dafür werteten sie in einer Querschnittsstudie zwischen März und September 2024 die Onlineangaben von 903 Frauen in der Perimenopause im Alter von 45 bis 55 Jahren aus. Das Durchschnittsalter lag bei 48,9 Jahren.
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Einsamkeit als Gefühl innerer sozialer Leere als auch soziale Isolation im Sinne von wenigen Kontakten jeweils für sich mit stärkeren subjektiven kognitiven Beschwerden zusammenhingen. Etwa 42 % der Teilnehmerinnen berichteten über Einsamkeit und rund 27 % über soziale Isolation. Gut die Hälfte der Frauen wurde zudem einer Gruppe mit ausgeprägteren kognitiven Beschwerden zugeordnet.
Besonders auffällig war das Zusammenspiel beider Faktoren. Frauen mit starker Einsamkeit und gleichzeitiger sozialer Isolation hatten das höchste Risiko, stärkere subjektive Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme anzugeben. Dabei war Einsamkeit etwas enger mit den Beschwerden verbunden als soziale Isolation allein. Das spricht dafür, dass nicht nur die Zahl der Kontakte zählt, sondern auch, wie verbunden man sich mit anderen fühlt.
Die Studie liefert wichtige Hinweise, belegt aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Es handelt sich um Beobachtungsdaten aus einer einmaligen Befragung. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, ob Einsamkeit die Beschwerden verstärkt, ob umgekehrt kognitive Probleme zu Rückzug führen oder ob sich beides gegenseitig beeinflusst.
đź’ˇ Was kannst Du daraus fĂĽr Dich mitnehmen?
Gerade in den Wechseljahren lohnt es sich, nicht nur auf körperliche Beschwerden zu achten, sondern auch auf das eigene soziale Erleben. Wenn Du merkst, dass Du Dich häufiger einsam fühlst oder Dich immer mehr zurückziehst, nimm das ernst. Pfleg bewusst Kontakte, plane Begegnungen ein und sprich offen über Veränderungen bei Konzentration oder Gedächtnis. Nicht nur die Anzahl an Kontakten ist wichtig, sondern auch Beziehungen, in denen Du Dich wirklich verbunden fühlst.
đź“° Zum Artikel in Zeitschrift Menopause:
https://www.menopause.org/wp-content/uploads/press-release/MENO-D-25-00468.pdf