Bewegungsverhalten oder Sterblichkeit, nicht nur Selbstauskünfte. Die Teilnehmenden reichten von Säuglingen bis zu Menschen über 100 Jahre.
Die Auswertung zeigte fünf wiederkehrende Muster: Wenn eine wichtige Gruppenzugehörigkeit bedroht wurde, stiegen kurzfristige körperliche Stressreaktionen. Wenn eine positive Gruppenzugehörigkeit besonders präsent war, fielen Stressmarker wie Cortisol etwas niedriger aus. Außerdem beeinflussen Gruppen über das, was in ihnen als normal gilt, oft das Gesundheitsverhalten, etwa beim Essen oder bei Bewegung. In Behandlungsgruppen zeigte sich in mehreren Studien, dass ein stärkeres Wir-Gefühl mit milderen Krankheitsverläufen zusammenhing.
Besonders interessant ist der langfristige Effekt: In mehreren Bevölkerungsstudien war die Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen mit einem geringeren Risiko verbunden, vorzeitig zu sterben. In der Meta-Analyse war das Sterberisiko bei Menschen mit Gruppenzugehörigkeiten deutlich niedriger. Trotzdem ist wichtig: Die Arbeit zeigt keine einfache Ursache-Wirkung für alle Faktoren. Kurzfristige Stressreaktionen lassen sich in experimentellen Studien eher kausal prüfen. Die Befunde zu langfristiger Gesundheit und Sterblichkeit stammen dagegen überwiegend aus Beobachtungsstudien und beschreiben deshalb vor allem Zusammenhänge.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Soziale Zugehörigkeit gibt nicht nur ein positives Gefühl, sie könnte sich auch für Deine körperliche Gesundheit positiv auswirken. Pflege deshalb bewusst Gruppen, in denen Du Dich angenommen fühlst, etwa Freundeskreise, Sportgruppen, Vereine oder andere Gemeinschaften. Achte auch darauf, welche Gewohnheiten in diesen Gruppen normal sind, denn sie können Dein Ess- und Bewegungsverhalten und Deinen Umgang mit Stress mitprägen. Entscheidend ist also nicht nur, ob Du Kontakte hast, sondern auch, ob daraus ein echtes Wir-Gefühl entsteht.
📰 Zum Artikel in Zeitschrift Health Psychology: