Wissenschaftler aus Großbritannien haben untersucht, warum manche Menschen ihre Bewegungsziele langfristig eher durchhalten und was das mit dem Wohlbefinden zu tun hat. In einer Querschnittsstudie füllten 323 Erwachsene aus dem Vereinigten Königreich mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren einmalig einen Online Fragebogen aus. Erfasst wurden die Gründe hinter dem Bewegungsziel, das Erleben beim Sport, der Glaube an die eigene Fähigkeit, die Motivation, die körperliche Aktivität und das mentale Wohlbefinden.
Im Kern ging es um zwei Arten von Zielmotiven: Ziele aus eigenem Antrieb, weil es persönlich wichtig ist oder Spaß macht, und Ziele aus Druck, weil andere es erwarten oder weil man sich sonst schuldig, beschämt oder ängstlich fühlt. Die Ergebnisse zeigen: Eigenmotivierte Ziele hingen mit mehr positiven Gefühlen rund um Bewegung, besserer Motivation, mehr Zutrauen in die eigene Fähigkeit, mehr Aktivität und höherem Wohlbefinden zusammen. Motive aus Druck standen dagegen mit weniger Zutrauen, schwächerer Motivation und niedrigerem Wohlbefinden in Verbindung.
Wichtig ist, dass die Motive im Modell nicht einfach direkt mit Aktivität und Wohlbefinden verknüpft waren. Vieles lief über Zwischenfaktoren: Motivation und positive Bewegungserlebnisse hingen mit mehr Aktivität zusammen, während Zutrauen in die eigene Fähigkeit besonders eng mit dem mentalen Wohlbefinden verbunden war. Da die Daten nur einen Zeitpunkt abbilden, beschreibt die Studie Zusammenhänge, belegt aber keine Ursache Wirkung.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Wenn Du Dir Bewegungsziele setzt, prüfe zuerst das Warum: Was daran ist Dir persönlich wichtig, was könnte Dir Freude machen und wie kannst Du es so gestalten, dass es sich gut anfühlt? Reduziere Druck durch Sätze wie „ich muss“ oder „sonst bin ich schlecht“ und stärke stattdessen Gründe, die zu Dir passen. Baue außerdem gezielt Zutrauen auf, indem Du klein anfängst, realistische Schritte wählst und Erfolge sichtbar machst, denn genau dieses Vertrauen hing in der Studie besonders eng mit dem Wohlbefinden zusammen.
📰 Zum Artikel in Journal of Health Psychology:
https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/13591053251330430