Wissenschaftler aus den USA haben untersucht, ob Sorgen über das Älterwerden mit einem schnelleren biologischen Altern zusammenhängen. Grundlage war eine Beobachtungsstudie mit 726 erwachsenen Frauen aus den USA aus der MIDUS-Studie. Das Durchschnittsalter lag bei 50,4 Jahren. Erfasst wurden Sorgen in drei Bereichen, nämlich abnehmende Attraktivität, schlechtere Gesundheit und nachlassende Fruchtbarkeit. Zusätzlich wurden Blutproben ausgewertet, um das biologische Altern mit modernen Messverfahren abzuschätzen.
Das wichtigste Ergebnis war, dass vor allem Sorgen um die eigene Gesundheit im Alter mit einem schnelleren biologischen Altern zusammenhingen. Dieser Zusammenhang zeigte sich besonders bei einem Messwert, der eher das aktuelle Alterungstempo als bereits entstandene Langzeitschäden abbildet. Auch eine insgesamt stärkere Angst vor dem Älterwerden war zunächst mit einem schnelleren biologischen Altern verbunden.
Interessant ist aber, dass dieser Zusammenhang schwächer wurde, sobald Gesundheitsverhalten berücksichtigt wurde, also Rauchen, Alkoholkonsum und Körpergewicht. Das spricht dafür, dass diese Faktoren einen Teil des Zusammenhangs erklären könnten. Für Sorgen über das Aussehen oder die Fruchtbarkeit fanden die Wissenschaftler dagegen keine klaren Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem biologischen Altern.
Wichtig ist, dass die Studie Zusammenhänge beschreibt, aber keine eindeutige Ursache-Wirkung belegt. Weil die Daten nur zu einem Zeitpunkt erhoben wurden, lässt sich nicht sicher sagen, ob die Ängste das Altern beschleunigen oder ob andere Faktoren beides zugleich beeinflussen.
đź’ˇ Was kannst Du daraus fĂĽr Dich mitnehmen?
Nicht nur Ernährung, Bewegung und Schlaf können für gesundes Altern wichtig sein, sondern auch Dein Blick aufs Älterwerden. Vor allem ständige Sorgen um den eigenen gesundheitlichen Abbau könnten den Körper belasten, direkt oder indirekt über ungesunde Gewohnheiten. Es kann deshalb sinnvoll sein, solche Ängste ernst zu nehmen, bewusst zu hinterfragen und mit gesundheitsfördernden Routinen zu verbinden, etwa mit Bewegung, Stressabbau, gutem Schlaf und einem gelasseneren Umgang mit dem eigenen Älterwerden.
đź“° Zum Artikel in Psychoneuroendocrinology:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306453025004275