🩺 Aus der Medizin | Eine höhere Lebenserwartung ist möglich: Warum sie in manchen Regionen weiter steigt und in anderen nicht

Wissenschaftler aus Europa haben in einer groß angelegten Auswertung untersucht, warum die Lebenserwartung in wohlhabenden Ländern zuletzt langsamer steigt und wo sie in Westeuropa trotzdem weiter zunimmt. Dafür analysierten sie Sterbe und Bevölkerungsdaten aus 450 Regionen in 13 westeuropäischen Ländern für die Jahre 1992 bis 2019, also vor der COVID 19 Pandemie. Grundlage waren Daten zu insgesamt rund 400 Millionen Menschen im Jahr 2019. Es handelt sich um eine Beobachtungsanalyse von Sterblichkeitstrends, sie zeigt Muster und Zusammenhänge, aber keine eindeutigen Ursache Wirkung Beweise.

Die Auswertung zeigt zwei klar unterscheidbare Phasen. Von 1992 bis 2005 stieg die Lebenserwartung in fast allen Regionen deutlich und relativ gleichmäßig, Nachzügler holten besonders schnell auf. Von 2005 bis 2019 verlangsamten sich die Fortschritte spürbar, gleichzeitig nahmen die Unterschiede zwischen Regionen wieder zu. Im Schnitt sanken die jährlichen Zugewinne bis 2018 bis 2019 auf etwa zwei Monate pro Jahr bei Männern und rund einen Monat pro Jahr bei Frauen.

Wichtig ist, dass die Verlangsamung nicht alle Regionen gleich trifft. In führenden Regionen blieben die Zuwächse erstaunlich stabil, das spricht dafür, dass weitere Verbesserungen grundsätzlich möglich sind. Besonders auffällig ist die Altersgruppe 55 bis 74 Jahre: Hier ließ der Rückgang der Sterblichkeit deutlich nach, teils stieg das Sterberisiko gegen Ende des Zeitraums wieder an. Das galt besonders für Männer in Ostdeutschland und für Frauen in Westdeutschland. Die Autoren betonen daher, dass nationale Durchschnittswerte regionale Probleme verdecken können und dass eine genauere regionale Beobachtung nötig ist, um gezielt gegensteuern zu können.

💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?

Die Studie macht deutlich, dass Fortschritte bei der Lebenserwartung kein Automatismus sind. Gerade die Jahre zwischen Mitte 50 und Mitte 70 scheinen in vielen Regionen zum Engpass zu werden. Für den Alltag heißt das, dass Prävention und gute Versorgung in dieser Lebensphase besonders zählen: Herzkreislaufrisiken ernst nehmen, Bewegung und einen stabilen Lebensstil pflegen, Alkohol und andere Risiken im Blick behalten und Warnsignale nicht aussitzen. Gleichzeitig zeigt der Blick auf führende Regionen, dass bessere Ergebnisse möglich sind, wenn Risiken früh erkannt und konsequent reduziert werden.

📰 Zum Artikel in Nature Communications:

https://www.nature.com/articles/s41467-026-68828-z

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