Wissenschaftler aus Großbritannien haben in einem Review 11 Studien mit Menschen ausgewertet, die zwischen 2000 und 2024 veröffentlicht wurden. Untersucht wurde, ob Stoffe in der Ausatemluft Hinweise auf biologisches Altern geben können. Je nach Studie nahmen zwischen 44 und 1.417 Personen teil. Die Altersspannen reichten von Kindern bis zu Menschen über 100 Jahre. Die Grundidee ist spannend: Beim Ausatmen werden winzige chemische Stoffe abgegeben, die etwas über Vorgänge im Körper verraten könnten.
In mehreren Studien zeigten sich mit dem Alter Veränderungen bei bestimmten Stoffgruppen, darunter vor allem Alkane, Isopren und Aceton. Das könnte darauf hindeuten, dass Atemtests eines Tages helfen, Alterungsprozesse früh und schonend zu erkennen, ganz ohne Blutabnahme oder aufwendige Untersuchungen. Damit wäre die Atemluft ein möglicher Weg, um Altern einfacher zu beobachten.
Allerdings ist die Aussagekraft derzeit noch begrenzt. Die eingeschlossenen Studien nutzten sehr unterschiedliche Messmethoden und berücksichtigten Einflüsse wie Ernährung, Rauchen, Medikamente, Bewegung oder Vorerkrankungen oft nicht ausreichend. Außerdem überschnitten sich viele der gefundenen Atemstoffe mit Signalen, die auch bei Krankheiten oder durch Alltagsfaktoren auftreten können. Deshalb gibt es bisher noch keinen einzelnen verlässlichen Atemmarker für biologisches Altern. Die Arbeit zeigt also vor allem ein mögliches Zukunftsfeld und noch keinen einsatzbereiten Test.
Wichtig ist auch: Das Review beschreibt vor allem Zusammenhänge und keine klaren Belege für Ursache und Wirkung. Einige Atemstoffe passen zwar zu biologischen Vorgängen, die beim Altern eine Rolle spielen könnten, etwa Entzündungen, Zellstress oder Veränderungen im Stoffwechsel. Ob diese Stoffe Altern direkt abbilden oder eher Begleiterscheinungen anderer Einflüsse sind, ist aber noch offen. Künftig könnten bessere Messmethoden und KI helfen, aus vielen kleinen Signalen verlässlichere Muster zu erkennen.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Atemtests zum biologischen Altern klingen vielversprechend, sind aber noch Zukunftsmusik. Im Moment lassen sich aus der Atemluft noch keine sicheren Aussagen über Dein persönliches Altern ableiten. Für den Alltag heißt das: Verlasse Dich eher auf gut belegte Einflussfaktoren wie Bewegung, Ernährung, Schlaf und Rauchverzicht. Gleichzeitig lohnt es sich, solche Entwicklungen im Blick zu behalten, denn langfristig könnten einfache Atemtests helfen, gesundheitliche Veränderungen früher zu erkennen.
📰 Zum Artikel in Ageing Research Reviews:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1568163726000589