Wissenschaftler aus Japan haben in einer Langzeitstudie untersucht, ob Glück mit einem geringeren Sterberisiko zusammenhängt. Dafür begleiteten sie 3.187 Erwachsene ab 20 Jahren aus einer ländlichen Region Japans von Oktober 2016 bis Oktober 2023, also rund sieben Jahre. Zu Beginn gaben die Teilnehmenden mit einer Einzelfrage an, wie glücklich sie sich aktuell fühlen. Im Verlauf der Studie starben 277 Personen.
Das Ergebnis war eindeutig. Menschen, die sich zu Beginn als unglücklich beschrieben, hatten ein höheres Sterberisiko als Menschen, die sich als glücklich einschätzten. Selbst nachdem Alter, Geschlecht, Bildung, Familienstand, finanzielle Lage, Körpergewicht und körperliche Gesundheit berücksichtigt wurden, blieb der Zusammenhang bestehen. Im vollständig angepassten Modell war das Sterberisiko der unglücklichen Gruppe um 85 Prozent höher als in der glücklichen Gruppe.
Ein Teil des Zusammenhangs ließ sich durch soziale und gesundheitliche Unterschiede erklären, aber nicht vollständig. Das spricht dafür, dass Glück mehr sein könnte als nur ein Nebenprodukt guter Gesundheit oder günstiger Lebensumstände. Trotzdem beweist die Studie keine Ursache und Wirkung. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt also einen Zusammenhang, kann aber nicht sicher belegen, dass mehr Glück direkt zu einem längeren Leben führt. Auch wichtige Einflüsse wie Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkohol oder soziale Unterstützung wurden nicht vollständig erfasst.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Die Studie legt nahe, dass Dein aktuelles seelisches Wohlbefinden mehr mit Deiner langfristigen Gesundheit zu tun haben könnte, als viele denken. Glück ist dabei nicht nur gute Laune, sondern kann ein Hinweis darauf sein, wie stimmig, verbunden und belastbar Du Dich im Alltag fühlst. Sinnvoll ist deshalb, kleine Quellen von Freude bewusst zu pflegen, zum Beispiel schöne Routinen, dankbare Gedanken, Aktivitäten, die Dir guttun, und soziale Kontakte, die Dich stärken. Das ersetzt keine medizinische Vorsorge, kann aber ein wichtiger Baustein für ein gesünderes Leben sein.
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