Wissenschaftler aus Großbritannien, China, Spanien und den Niederlanden haben in einer Meta-Analyse untersucht, ob Einsamkeit auch bei ansonsten gesunden Menschen mit schlechterer Gesundheit zusammenhängt. Ausgangspunkt war eine Schwäche früherer Übersichten: Dort wurden oft auch Menschen mit schweren Vorerkrankungen einbezogen, sodass unklar blieb, wie stark der Zusammenhang in der allgemeinen, gesunden Bevölkerung ist.
Für die Analyse werteten die Wissenschaftler 167 Studien aus 36 Ländern mit insgesamt 303.643 Teilnehmenden aus. Berücksichtigt wurden verschiedene Gesundheitsindikatoren, zum Beispiel allgemeines Gesundheitsempfinden, körperliche Einschränkungen im Alltag, Schlaf, Seh- und Hörfähigkeit sowie die Nutzung von Gesundheitsleistungen. Die Daten wurden bis Januar 2024 systematisch in großen Datenbanken gesucht.
Das Ergebnis: Wer sich einsamer fühlt, berichtet im Schnitt häufiger von schlechterer Gesundheit. Der Zusammenhang war klein bis mittel stark. Auch Schlaf und körperliche Einschränkungen hingen mit Einsamkeit zusammen, während es keinen klaren Zusammenhang zur Nutzung von Gesundheitsleistungen gab. Auffällig war außerdem, dass sich die Ergebnisse zwischen den Studien deutlich unterschieden, es gab also große Unterschiede je nach Studie und Messung.
Wichtig für die Einordnung: Das sind Beobachtungsdaten, sie zeigen Zusammenhänge, aber keinen sicheren Ursache Wirkung Beleg. Einsamkeit könnte die Gesundheit beeinflussen, umgekehrt können sich Menschen mit mehr Beschwerden aber auch eher einsam fühlen. Zudem beruhen viele Gesundheitsangaben auf Selbstauskünften, und es gibt noch relativ wenige Studien mit objektiven Messwerten sowie mit jüngeren Menschen.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Wenn Du Dich häufiger einsam fühlst, nimm das als Gesundheitssignal ernst, auch wenn Du sonst eigentlich gesund bist. Plane bewusst regelmäßige soziale Kontakte ein, zum Beispiel feste Telefonate, Spaziergänge, Kursangebote oder kurze Treffen. Schon verlässliche, kleine Kontakte können den Alltag stabilisieren. Achte besonders auf Schlaf und auf körperliche Einschränkungen im Alltag, weil diese Bereiche in den Studien mit Einsamkeit zusammenhingen. Wenn Einsamkeit länger anhält oder Dich belastet, kann es sinnvoll sein, Unterstützung zu suchen, etwa über den Hausarzt oder die Hausärztin oder über psychotherapeutische Beratungsangebote.
📰 Zum Artikel in British Journal of Health Psychology:
https://bpspsychub.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bjhp.70040