Wissenschaftler aus dem Vereinigten Königreich und Irland haben untersucht, ob Menschen, die hĂ€ufig Dinge aufschieben, ihre Gesundheit schlechter einschĂ€tzen und welche Rolle Stress dabei spielt. DafĂŒr werteten sie 36 unabhĂ€ngige Stichproben mit insgesamt 8.603 Personen aus, deren Daten zwischen 2011 und 2025 erhoben wurden. Die mittleren Alterswerte der Stichproben lagen zwischen rund 20 und 65 Jahren. Fast alle Untersuchungen waren Querschnittsstudien, die ZusammenhĂ€nge zu einem bestimmten Zeitpunkt erfassen.
Menschen, die stĂ€rker zum Aufschieben neigten, bewerteten ihre aktuelle Gesundheit im Durchschnitt schlechter. Der Zusammenhang war klein bis mittelstark und zeigte sich ĂŒber die verschiedenen Stichproben hinweg recht einheitlich. Besonders interessant war die Rolle von Stress. In 14 Stichproben mit insgesamt 3.067 Personen hing stĂ€rkeres Aufschieben deutlich mit mehr wahrgenommenem Stress zusammen. Wurde Stress statistisch berĂŒcksichtigt, fiel der Zusammenhang zwischen Aufschieben und schlechterer Gesundheit deutlich schwĂ€cher aus, blieb aber bestehen.
In 20 Stichproben mit 4.598 Personen wurde zusĂ€tzlich gefragt, wie die Teilnehmenden ihre Gesundheit in zehn Jahren einschĂ€tzen. StĂ€rkeres Aufschieben hing zunĂ€chst auch mit einer schlechter erwarteten Gesundheit zusammen. Nach BerĂŒcksichtigung von Stress war dieser Zusammenhang jedoch nicht mehr eindeutig. Gleichzeitig erwarteten Menschen mit einer stĂ€rkeren Tendenz zum Aufschieben im Durchschnitt eine leichte Verbesserung ihrer Gesundheit. Die Studie zeigt ĂŒberwiegend ZusammenhĂ€nge und keine eindeutige Beziehung zwischen Ursache und Wirkung. Es lĂ€sst sich also nicht sicher sagen, dass Aufschieben die Gesundheit verschlechtert oder dass Stress dafĂŒr verantwortlich ist.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
Wenn Du wichtige Aufgaben regelmĂ€Ăig vor Dir herschiebst, kann nicht nur die unerledigte Aufgabe belastend sein, sondern auch der damit verbundene Stress. Besonders bei gesundheitsbezogenen Vorhaben lohnt es sich deshalb, nicht auf einen spĂ€teren âbesseren Zeitpunktâ zu vertrauen. Ein kleiner konkreter erster Schritt heute kann helfen, Aufschieben und den damit verbundenen Stress zu begrenzen.
đ§ Zahlt ein auf den Bereich des Psychologisches Longevity-Profil: Selbststeuerung
đ° Zum Artikel in British Journal of Health Psychology:
https://bpspsychub.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bjhp.70099