Wissenschaftler aus China haben in einer zehnjĂ€hrigen Langzeitstudie untersucht, wie VerĂ€nderungen des Lebensstils mit der geistigen Gesundheit im höheren Alter zusammenhĂ€ngen. DafĂŒr werteten sie Daten von 6.765 Erwachsenen ab 65 Jahren aus. Das Durchschnittsalter lag bei 80,8 Jahren, 51 % waren Frauen. Betrachtet wurden ErnĂ€hrung, Schlaf, körperliche AktivitĂ€t, geistige BeschĂ€ftigung und soziale AktivitĂ€ten.
Die Wissenschaftler identifizierten drei Gruppen. Bei 64 % waren gesunde Verhaltensweisen bereits zu Beginn eher schwach ausgeprĂ€gt und nahmen weiter ab. Bei 26 % lagen sie zunĂ€chst auf einem mittleren Niveau und verbesserten sich im Laufe der Jahre. Weitere 10 % starteten auf einem hohen Niveau, zeigten jedoch mit der Zeit einen RĂŒckgang. WĂ€hrend der durchschnittlichen Nachbeobachtung von 5,9 Jahren entwickelten 24,5 % der Teilnehmenden eine deutliche Verschlechterung ihrer geistigen LeistungsfĂ€higkeit.
Besonders interessant war die Gruppe, deren Lebensstil sich schrittweise verbesserte. Ihr Risiko fĂŒr eine deutliche geistige BeeintrĂ€chtigung war gegenĂŒber der Gruppe mit niedrigem und weiter abnehmendem Niveau um rund 63 % geringer. Auch Menschen, die auf einem hohen Niveau starteten und sich anschlieĂend verschlechterten, hatten ein geringeres Risiko. Insgesamt schnitt die Gruppe mit der kontinuierlichen Verbesserung am besten ab. Die Ergebnisse blieben auch in mehreren zusĂ€tzlichen Analysen weitgehend bestehen.
Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie und nicht um ein kontrolliertes Experiment. Die Ergebnisse zeigen ZusammenhĂ€nge, beweisen aber keine Ursache-Wirkung. Denkbar ist auch, dass beginnende gesundheitliche oder geistige EinschrĂ€nkungen dazu fĂŒhrten, dass Menschen weniger aktiv wurden.
đĄ Was kannst Du daraus fĂŒr Dich mitnehmen?
FĂŒr Deine geistige Gesundheit könnte es wichtiger sein, Deinen Lebensstil langfristig Schritt fĂŒr Schritt zu verbessern, als von Anfang an alles perfekt zu machen. Die Studie spricht dafĂŒr, mehrere Bereiche gleichzeitig im Blick zu behalten: ausgewogene ErnĂ€hrung, guter Schlaf, körperliche Bewegung, geistige BeschĂ€ftigung und soziale Kontakte. Entscheidend könnte sein, Gewohnheiten so zu verĂ€ndern, dass sie dauerhaft umsetzbar sind und sich ĂŒber die Zeit weiterentwickeln.
đ° Zum Artikel in Archives of Public Health:
https://link.springer.com/article/10.1186/s13690-026-02007-w