Wissenschaftler aus den USA haben in einer mehrjährigen Beobachtungsstudie untersucht, ob sich Veränderungen der Schlafqualität gleichzeitig in der selbst wahrgenommenen geistigen Leistungsfähigkeit widerspiegeln. Dafür nutzten sie Daten aus der Studie „Transitions in Health and Relationships“ mit 131 älteren Erwachsenen, die zu Beginn zwischen 58 und 94 Jahre alt waren. Das Durchschnittsalter lag bei 77 Jahren, 63 % waren Frauen. Die Teilnehmenden beantworteten über neun Erhebungswellen, etwa über fünf Jahre hinweg, regelmäßig Fragen zu Schlaf, Denken, Stimmung und weiteren Faktoren.
Im Mittelpunkt stand nicht die Frage, ob Menschen mit generell gutem Schlaf besser abschneiden als andere. Die Wissenschaftler wollten wissen, ob sich auch das Gefühl für die eigene geistige Leistungsfähigkeit verändert, wenn sich der Schlaf einer Person im Laufe der Zeit verbessert oder verschlechtert.
Das Ergebnis: Verbesserte sich die wahrgenommene Schlafqualität innerhalb einer Person, berichtete sie zur gleichen Zeit auch eine bessere geistige Leistungsfähigkeit. Verschlechterte sich der Schlaf, wurde auch das eigene Denken tendenziell schlechter eingeschätzt. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, auch wenn Alter, Geschlecht, Einkommen sowie Angst und depressive Beschwerden berücksichtigt wurden.
Wichtig ist: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen eindeutigen Ursache-Wirkung-Beweis. Man kann also nicht sicher sagen, ob besserer Schlaf direkt zu besserem Denken führt. Möglich ist auch, dass andere Faktoren beide Bereiche gleichzeitig beeinflussen. Trotzdem spricht die Studie dafür, Veränderungen im Schlaf ernst zu nehmen, besonders im höheren Alter.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Achte nicht nur darauf, ob Du grundsätzlich gut oder schlecht schläfst, sondern auch auf Veränderungen. Wenn Du über mehrere Wochen schlechter schläfst und gleichzeitig das Gefühl hast, unkonzentrierter, langsamer oder vergesslicher zu sein, kann das ein wichtiges Signal sein. Hilfreich sind feste Schlafenszeiten, weniger Bildschirmzeit am Abend, eine ruhige Schlafumgebung und der Blick auf Belastungen im Alltag. Wenn Schlafprobleme oder geistige Beschwerden länger anhalten, sollte man sie ärztlich oder psychologisch abklären lassen.
📰 Zum Artikel in Aging & Mental Health:
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13607863.2025.2597964#abstract