Im Physionic-Podcast nimmt Longevity-Influencer Dr. Nicolas Verhoeven Aussagen aus einem Podcast von Dr. Autumn Smith rund um Glycin kritisch unter die Lupe und trennt solide Evidenz von Übertreibung. Ausgangspunkt ist eine kleine Studie mit Menschen mit Typ-2-Diabetes, die über drei Monate Glycin oder ein Placebo bekamen. Einige Entzündungsmarker veränderten sich dabei unterschiedlich: Manche sanken in beiden Gruppen, manche nahmen mit Glycin ab, ein anderer Wert stieg mit Glycin sogar an. Die Kernaussage des Hosts ist, dass diese Daten insgesamt „unordentlich“ sind und höchstens zeigen, dass Glycin etwas im Immunsystem bewegt, aber nicht eindeutig, ob das durchweg „gut“ ist. Er ergänzt, dass es weitere Studien gibt, die insgesamt eher in Richtung entzündungshemmender Effekte von Glycin deuten.
Zum Thema Diabetes ordnet er ein, dass Entzündung eine Rolle spielt. Es gibt Hinweise aus einer randomisierten Studie, dass ein starkes entzündungshemmendes Medikament den Langzeit-Blutzuckerwert, also HbA1c, senken kann. Trotzdem sei Diabetes nicht nur „eine Entzündungskrankheit“, sondern auch eine Frage von Stoffwechselproblemen, etwa wenn Leber, Muskeln und Bauchspeicheldrüse durch zu viel Energiezufuhr über längere Zeit unter Druck geraten. Körperfett bleibe ein wichtiger Treiber, besonders Bauchfett, auch wenn Immunzellen dabei mitwirken.
Gleichzeitig warnt er vor dem Absolut-Narrativ, dass ein „Glycinmangel“ die Ursache von Entzündung sei, weil auch viele andere Stoffe Entzündungsmarker senken können. Sein Fazit lautet: Glycin kann helfen, ist aber nicht der alleinige Hebel.
💡 Was kannst Du daraus für Dich mitnehmen?
Wenn Du über eine Supplementierung mit Glycin nachdenkst, sieh es als möglichen Baustein, nicht als Wundermittel. Die Daten wirken teils uneinheitlich, insgesamt aber eher in Richtung entzündungshemmender Effekte. Für Diabetes und Entzündung gilt: Beides hängt zusammen, doch genauso wichtig bleiben die Stoffwechsel-Basics, vor allem ein gesünderes Körpergewicht und weniger Bauchfett. Am meisten erreichst Du, wenn Du zuerst die großen Stellschrauben angehst und Supplements erst danach als mögliche Ergänzung betrachtest.
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